Gründen durch Unternehmensnachfolge 6 – Die Übernahme planen

Statt eine klassische Existenzgründung zu verfolgen, könntest du auch ein bestehendes Unternehmen übernehmen. Die geregelte Unternehmensnachfolge ist eine gute Alternative zur Neugründung, weil du dann nicht bei Null anfangen musst. Was du zur Nachfolge Wissen musst, haben wir in dieser Beitragsserie zusammengefasst.
Eine Übernahme ist ein langwieriger Prozess. Mehrere Dinge müssen geplant und umgesetzt werden.

Übertragung von Eigentum, Know-how und Kontakten

Bisher haben wir über den Kauf des Unternehmens gesprochen, also die Übertragung des Eigentums vom aktuellen Besitzer auf dich. Wenn der Kaufpreis verhandelt ist, müssen entsprechende Verträge vorbereitet und eine letzte Überprüfung des Unternehmens (Due Diligence) durchgeführt werden. In dieser Phase solltest du dich von einem guten Notar / Rechtsanwalt beraten lassen.

Im Prinzip geht es darum, dich und das Unternehmen von Risiken frei zu halten, die der abgebende Unternehmer tragen muss. Dies sind z. B. Steuerzahlungen oder rechtliche Risiken aus bestehenden Verträgen.

Wichtiger als die Übertragung von Eigentum (s. o.) ist die Übertragung von Know-how und Geschäftskontakten. Was heißt das? Du musst eingearbeitet werden!

Du solltest möglich frühzeitig deine Mitarbeiter und Kollegen kennenlernen und schauen, ob du mit diesen zurechtkommst. Eine Einarbeitungszeit im Unternehmen über mehrere Wochen und Monate erscheint sinnvoll.

Diese hilft dir auch, die wichtigsten Kunden und Lieferanten des Unternehmens kennenzulernen und in diese Beziehungen hineinzuwachsen. Das ist der schwierigste Teil der Übernahme!

Kunden- und Lieferantenbeziehungen haben die abgebende Unternehmerin bzw. der abgebende Unternehmer über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut. In diesen Beziehungen ist Vertrauen gewachsen und oft sind daraus private Freundschaften entstanden.

Unternehmern ist dabei oft nicht klar, wie viele Beziehungen sie pflegen und welche wirklich wichtig sind, weil es über die Jahre so selbstverständlich geworden ist, mal eben zum Hörer zu greifen und jemanden anzurufen, auch wenn kritische Gespräche zu führen sind. Als „Neuling“ da reinzuwachsen, ist eine Herausforderung!

Die Einarbeitung planen

Es sollte ein Plan aufgestellt werden, der folgende Fragen beantwortet:

Wen muss man unbedingt kennen? Wann lernt man ihn kennen?

Welche wichtigen Aufgaben sind im Unternehmen zu übernehmen?

Zu welchem Zeitpunkt im Übernahmeprozess übernimmt man diese von der abgebenden Generation?

Idealerweise sollte es so sein, dass du immer mehr Aufgaben übernimmst, während die abgebende Generation immer mehr Freizeit gewinnt. Um für alle Seiten Sicherheit zu gewinnen, sollten die Schritte definiert und in einem Plan schriftlich festgehalten werden.

Achtung: Graue Eminenzen!

Egal ob interne oder externe Unternehmensnachfolge – es sollte einen klaren Schnitt geben, ab dem die nachfolgende Generation die Führung übernimmt.

Nichts ist schlimmer als abgebende Unternehmer, die nach der Übergabe immer noch irgendwie im Unternehmen mitmischen.

Das führt nicht nur zu Verwirrung bei Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden, sondern auch zu Konflikten zwischen den Beteiligten.

Daher ist es wichtig, dass alle Beteiligten eine Perspektive für ihre Zukunft entwickeln. Du für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Die abgebende Generation für ihre Freizeit und die Zeit ihres Ruhestandes.

MK start bietet dir Beratung und Begleitung in allen genannten Phasen des Übernahmeprozesses. Unsere Netzwerkpartner aus Kammern, Wirtschaftsförderung und Kreditinstituten decken viele Kompetenzen ab und können dich durch den gesamten Prozess begleiten. Schicke uns eine Mail oder ruf uns an und lass dich beraten.